Spielregeln für Ihre Bewegungsstunde

Damit Sie leicht, sicher und mit Freude üben können

Um das Entdecken von Bewegung angenehm, spannend und wirkungsvoll zu machen, gelten in meinen Stunden einige klare – und sehr freundliche – Spielregeln:


1. Ihr Platz auf dem Boden

  • Suchen Sie sich einen ruhigen, ungestörten Platz auf dem Boden.

  • Eine dünne Matte oder Decke als Unterlage ist ideal.

  • Nutzen Sie den Boden als Ihren Partner: Er gibt Ihnen Rückmeldung, wie Sie liegen, tragen und sich bewegen.

Hinweis: Wir arbeiten überwiegend im Liegen auf dem Boden.


2. Orientierung im Raum

Gehen Sie bei allen Richtungsangaben immer von sich selbst aus:

  • oben = Richtung Scheitel

  • unten = Richtung Füße

  • vorn = Richtung Zimmerdecke

So bleiben Sie gut bei sich und in Ihrem Körper.


3. Langsamkeit & Aufmerksamkeit

  • Führen Sie alle Bewegungen langsam und aufmerksam aus.

  • Wahrnehmung braucht Zeit – nur so kann Ihr Nervensystem unterscheiden und Neues lernen.

  • Sie bestimmen Ihr eigenes Tempo.


4. Bewegungen sind Vorschläge, keine Pflicht

  • Verstehen Sie die Anleitungen als Bewegungsvorschläge, nicht als „Prüfung“.

  • Probieren Sie spielerisch aus, was möglich ist.

  • Geben Sie sich die Chance, Ihre Wahrnehmung wieder wirklich „wahr“zunehmen – ohne ständiges Bewerten und Kritisieren.


5. Ohne Kraft – mit Leichtigkeit

  • Machen Sie die Bewegungen ohne Anstrengung.

  • Mit viel Kraft tun wir nur das, was wir sowieso schon kennen. Für Neues brauchen wir Feinheit, nicht Druck.

  • Wenn Sie eine leichtere Bewegung gefunden haben, können Sie sie später gern auch schneller oder kräftiger ausführen – aber erst dann.


6. Wohlbefinden geht vor

  • Bewegen Sie sich immer im Rahmen Ihres Wohlbefindens.

  • Machen Sie es sich so angenehm wie möglich (z. B. mit einer kleinen Kopfunterlage).

  • Passen Sie die Positionen an sich an – nicht an ein ideales Bild im Kopf.


7. Umgang mit Schmerzen & Grenzen

  • Wenn eine Bewegung unangenehm oder schmerzhaft ist:

    • machen Sie weniger,

    • verkleinern Sie die Bewegung,

    • suchen Sie nach einem leichteren Weg.

  • Wenn etwas gar nicht geht, machen Sie die Bewegung zunächst nur in der Vorstellung – mühelos und leicht. Oft wird sie später in der Realität einfacher.


8. Asymmetrie ist normal – und interessant

  • Gewohnheiten sind meist asymmetrisch: eine Seite fühlt sich anders an als die andere, eine Bewegung geht leichter als die andere.

  • Versuchen Sie nicht, alles „gleich“ zu machen.

  • Interessieren Sie sich für die Unterschiede – sie erzählen viel über Ihre Muster und sind die Grundlage für Veränderung.

Nach der Lektion:

  • Spüren Sie bewusst den Unterschied zwischen rechter und linker Seite.

  • Finden Sie die Unterschiede, die für Sie einen Unterschied machen.


9. Pausen sind Teil der Lektion

  • Nutzen Sie die Pausen bewusst.

  • In der Ruhe kann sich Ihr System neu sortieren – aus der Stille entsteht die nächste Bewegung klarer und leichter.


10. Nicht dehnen – loslassen lernen

  • Verzichten Sie auf starkes Dehnen und Strecken im gewohnten „Fitness-Sinn“.

  • Verkürzte Muskeln reagieren auf Dehnen oft mit Gegenanspannung.

  • Geben Sie Ihren Muskeln stattdessen die Chance zu spüren, dass sie nicht arbeiten müssen – so können sie langsam loslassen.


11. Neugierig bleiben

  • Bleiben Sie neugierig – auf sich, Ihre Bewegungen und kleine Veränderungen.

  • Staunen Sie ruhig: Wie leicht kann sich eine Bewegung plötzlich anfühlen?

  • Je interessierter Sie sind, desto tiefer kann Ihr System lernen.


 

👉 Und das Wichtigste:
Sie müssen nichts „können“, um zu beginnen.
Bringen Sie einfach Ihren Körper, Ihre Neugier und die Bereitschaft mit, sich freundlich zu begegnen.

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